Arbeitskreis Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit e.V.
Arbeitskreis Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit e.V. (eds.)

Militär und Gesellschaft in der Frühen Neuzeit ; 9 (2005) 1

126 pages, Zeitschriftenheft
Release year 2005

Series: Militär und Gesellschaft in der frühen Neuzeit , 9 (2005) 1

7,50 

Aus dem Editorial:
Das vorliegende Frühjahrsheft des neunten Jahrganges unseres Periodikums dokumentiert die ungebrochene Produktivität militärgeschichtlicher Forschungen zur Frühen Neuzeit: Die Kombattanten rekognoszieren einmal mehr das Forschungsfeld, entfernen sich gelegentlich auch etwas weiter von der Basis, stoßen dabei aber immer wieder auf neue attraktive Objekte ihres Forschungsinteresses. Das thematische Einzugsgebiet wird dabei zunehmend ausgeweitet, ohne dass doch die Verbindung zur gemeinsamen Operationsbasis verloren ginge. Ohne allzugroße Verbiegungen lässt sich dieses Bild auch auf den neu gewählten Vorstand des AMG anwenden: Personell ist er nunmehr auch im Westen bzw. Südwesten der Republik (Essen, Gießen, Tübingen) präsent, doch wird weiterhin Potsdam Sammelstelle bzw. Mittelpunkt frühneuzeitlicher Forschungen zur Militärgeschichte bleiben.

Dass die aktuelle Forschungslandschaft zur Militärgeschichte ein weites Operationsfeld darstellt, liegt nicht zuletzt daran, dass verstärkt Anknüpfungspunkte zu benachbarten Themenfeldern hergestellt werden. Im vorliegenden Band bietet Anuschka Tischer anhand offizieller Kriegsbegründungen und Kriegserklärungen einen aufschlussreichen Vergleich der Kriegspropaganda Kaiser Maximilians I. und seines Enkels Karls V. und schlägt damit den Bogen von der Militärgeschichte zur politischen Publizistik. Sie richtet dabei zugleich unsere Aufmerksamkeit auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Obwohl diese Übergangsperiode vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit gerade wegen der tiefgreifenden militär- und mediengeschichtlichen Wandlungsprozesse eine besonders spannende Epoche darstellt, bleiben diese Aspekte in der deutschen Forschung oft ein wenig unterbelichtet, da sie meist im Schlagschatten der Reformationsgeschichte verbleiben. Dies lässt sich auch an den bisherigen Veröffentlichungen des AMG ablesen, und so bietet die Studie von Frau Tischer eine willkommene Ausweitung des thematischen und zeitlichen Spektrums unserer Zeitschrift. Der Beitrag von Mikko Huhtamies zu den schwedischen  Militärkolonien im Baltikum lenkt den  Blick auf einen in Deutschland kaum bekannten geographischen Raum in der Frühen Neuzeit und bietet auch dem mit der europäischen Militärgeschichte der Frühen Neuzeit  vertrauten Leser eine Reihe von überraschenden Einsichten. Thematisch schlägt er die Brücke zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen, wenn er beispielsweise diskutiert, ob für die schwedische Politik im Baltikum militärpolitische Erwägungen oder die wirtschaftlichen Interessen des Adels ausschlaggebend gewesen sind. Frank Göses biographische Skizze zum ersten brandenburgisch-preußischen Generalfeldmarschall Otto Christoph Frhr. v. Sparr (1605-1668) schließt nicht nur eine Forschungslücke der preußischen Militärgeschichte, sondern führt uns Sparr exemplarisch als einen Vertreter derjenigen Generation von Militärs dar, die ihre Karriere im Dreißigjährigen Krieg begannen und dann an führender Stelle die Formierung der Stehenden Heere mitgestaltet haben.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Sie auf ein neues Projekt hinzuweisen, an dem Mitglieder des AMG  prominent beteiligt sind. Im Mai 2005 wird der erste Band der „Enzyklopädie der Neuzeit“ im Metzler- Verlag erscheinen. Als Nachfolgeprojekt zu den schon klassischen Enzyklopädieprojekten – dem Neuen Pauly für die Altertumswissenschaften und dem Lexikon des Mittelalters – soll dieses auf 15 Bände konzipierte Lexikon ein umfassendes Bild des aktuellen Wissens in allen historischen Fächern bieten und Entwicklungen, Lebensformen und Erkenntnisrichtungen zwischen 1450 und 1850 in einem kulturgeschichtlichen Zusammenhang präsentieren (www.enzyklopaedie-der-neuzeit.de). Als Teilherausgeber für den Bereich „Krieg“ in der Frühen Neuzeit wird Bernhard R. Kroener dabei für die Militärgeschichte federführend beteiligt sein, und auch bei einer Reihe von Einzelartikeln werden Mitglieder des AMG dafür sorgen, dass die Erträge der „neuen Militärgeschichte“ ihren Eingang in dieses ambitionierte Enzyklopädie-Projekt finden werden.
Abschließend bleibt mir noch die angenehme Pflicht, mich beim Redaktionsteam für die engagierte Betreuung der eingegangenen Beiträge und die angenehme Zusammenarbeit zu bedanken. Daneben möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass unser Periodikum zugleich die Funktion eines Newsletters hat, und Sie als  Leser und Mitglieder des AMG bitten, es intensiv für Veranstaltungshinweise, Ankündigungen, Tagungsberichte und Projektvorstellungen zu nutzen.

Sorry, this entry is only available in Deutsch.

Aus dem Editorial:
Das vorliegende Frühjahrsheft des neunten Jahrganges unseres Periodikums dokumentiert die ungebrochene Produktivität militärgeschichtlicher Forschungen zur Frühen Neuzeit: Die Kombattanten rekognoszieren einmal mehr das Forschungsfeld, entfernen sich gelegentlich auch etwas weiter von der Basis, stoßen dabei aber immer wieder auf neue attraktive Objekte ihres Forschungsinteresses. Das thematische Einzugsgebiet wird dabei zunehmend ausgeweitet, ohne dass doch die Verbindung zur gemeinsamen Operationsbasis verloren ginge. Ohne allzugroße Verbiegungen lässt sich dieses Bild auch auf den neu gewählten Vorstand des AMG anwenden: Personell ist er nunmehr auch im Westen bzw. Südwesten der Republik (Essen, Gießen, Tübingen) präsent, doch wird weiterhin Potsdam Sammelstelle bzw. Mittelpunkt frühneuzeitlicher Forschungen zur Militärgeschichte bleiben.

Dass die aktuelle Forschungslandschaft zur Militärgeschichte ein weites Operationsfeld darstellt, liegt nicht zuletzt daran, dass verstärkt Anknüpfungspunkte zu benachbarten Themenfeldern hergestellt werden. Im vorliegenden Band bietet Anuschka Tischer anhand offizieller Kriegsbegründungen und Kriegserklärungen einen aufschlussreichen Vergleich der Kriegspropaganda Kaiser Maximilians I. und seines Enkels Karls V. und schlägt damit den Bogen von der Militärgeschichte zur politischen Publizistik. Sie richtet dabei zugleich unsere Aufmerksamkeit auf die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Obwohl diese Übergangsperiode vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit gerade wegen der tiefgreifenden militär- und mediengeschichtlichen Wandlungsprozesse eine besonders spannende Epoche darstellt, bleiben diese Aspekte in der deutschen Forschung oft ein wenig unterbelichtet, da sie meist im Schlagschatten der Reformationsgeschichte verbleiben. Dies lässt sich auch an den bisherigen Veröffentlichungen des AMG ablesen, und so bietet die Studie von Frau Tischer eine willkommene Ausweitung des thematischen und zeitlichen Spektrums unserer Zeitschrift. Der Beitrag von Mikko Huhtamies zu den schwedischen  Militärkolonien im Baltikum lenkt den  Blick auf einen in Deutschland kaum bekannten geographischen Raum in der Frühen Neuzeit und bietet auch dem mit der europäischen Militärgeschichte der Frühen Neuzeit  vertrauten Leser eine Reihe von überraschenden Einsichten. Thematisch schlägt er die Brücke zu wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen, wenn er beispielsweise diskutiert, ob für die schwedische Politik im Baltikum militärpolitische Erwägungen oder die wirtschaftlichen Interessen des Adels ausschlaggebend gewesen sind. Frank Göses biographische Skizze zum ersten brandenburgisch-preußischen Generalfeldmarschall Otto Christoph Frhr. v. Sparr (1605-1668) schließt nicht nur eine Forschungslücke der preußischen Militärgeschichte, sondern führt uns Sparr exemplarisch als einen Vertreter derjenigen Generation von Militärs dar, die ihre Karriere im Dreißigjährigen Krieg begannen und dann an führender Stelle die Formierung der Stehenden Heere mitgestaltet haben.
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um Sie auf ein neues Projekt hinzuweisen, an dem Mitglieder des AMG  prominent beteiligt sind. Im Mai 2005 wird der erste Band der „Enzyklopädie der Neuzeit“ im Metzler- Verlag erscheinen. Als Nachfolgeprojekt zu den schon klassischen Enzyklopädieprojekten – dem Neuen Pauly für die Altertumswissenschaften und dem Lexikon des Mittelalters – soll dieses auf 15 Bände konzipierte Lexikon ein umfassendes Bild des aktuellen Wissens in allen historischen Fächern bieten und Entwicklungen, Lebensformen und Erkenntnisrichtungen zwischen 1450 und 1850 in einem kulturgeschichtlichen Zusammenhang präsentieren (www.enzyklopaedie-der-neuzeit.de). Als Teilherausgeber für den Bereich „Krieg“ in der Frühen Neuzeit wird Bernhard R. Kroener dabei für die Militärgeschichte federführend beteiligt sein, und auch bei einer Reihe von Einzelartikeln werden Mitglieder des AMG dafür sorgen, dass die Erträge der „neuen Militärgeschichte“ ihren Eingang in dieses ambitionierte Enzyklopädie-Projekt finden werden.
Abschließend bleibt mir noch die angenehme Pflicht, mich beim Redaktionsteam für die engagierte Betreuung der eingegangenen Beiträge und die angenehme Zusammenarbeit zu bedanken. Daneben möchte ich auch noch einmal darauf hinweisen, dass unser Periodikum zugleich die Funktion eines Newsletters hat, und Sie als  Leser und Mitglieder des AMG bitten, es intensiv für Veranstaltungshinweise, Ankündigungen, Tagungsberichte und Projektvorstellungen zu nutzen.