{"id":51670,"date":"2026-03-23T08:53:52","date_gmt":"2026-03-23T08:53:52","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/produkt\/pardes-19-galut-sepharad-in-aschkenas\/"},"modified":"2026-03-23T11:54:53","modified_gmt":"2026-03-23T10:54:53","slug":"galut-sepharad-in-aschkenas","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/galut-sepharad-in-aschkenas\/","title":{"rendered":"Galut Sepharad in Aschkenas"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/51670\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p>Auf dem Editorial:<br \/>\nDie Pr\u00e4senz der orientalisch-sephardischen Kultur im deutschen Sprach- und Kulturraum hat als Forschungsthema in den letzten Jahren ein wachsendes Interesse in wissenschaftlichen Kreisen erfahren. Dennoch findet eine Auseinandersetzung bislang in erster Linie innerhalb der Romanistik, genauer der Hispanistik statt. In anderen einschl\u00e4gigen Fachdisziplinen, wie der Geschichtswissenschaft und den J\u00fcdischen Studien, werden sephardische Gemeinden im deutschsprachigen Raum allenfalls am Rande erw\u00e4hnt \u2013 wenn \u00fcberhaupt beachtet. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind vielschichtig. Durch die mittelalterliche Vertreibung der Juden von der iberischen Halbinsel entstanden zwei gr\u00f6\u00dfere Fluchtbewegungen. Ein Teil zog in Richtung Nordeuropa und lie\u00df sich in St\u00e4dten wie Amsterdam, London und Hamburg nieder. Diese Sepharden haben sich sprachlich recht schnell an ihre Umgebung angepasst. Eine weitere gro\u00dfe Gruppe hingegen ist ins Osmanische Reich eingewandert, das ihnen Zuflucht und Chancen zur kulturellen und wirtschaftlichen Entfaltung bot und sich seinerzeit vom Balkan bis zur arabischen Halbinsel und Nordafrika erstreckte. Diese orientalischen Sepharden bewahrten ihre mitgebrachte sprachliche und kulturelle Identit\u00e4t und entwickelten sie in der Diaspora weiter. Die eigene Sprache, das Judenspanische (Ladino, Spaniolisch, Judezmo etc.), wurde dabei zum auff\u00e4lligsten Merkmal dieser Gruppe. Aufgrund dessen besch\u00e4ftigte sich zuerst die Romanistik mit der sephardischen Kultur in der orientalischen Diaspora. Erst seit kurzem kann ein wachsendes interdisziplin\u00e4res Interesse an dieser j\u00fcdischen Gemeinschaft verzeichnet werden und wir hoffen, mit diesem Themenheft in den deutschsprachigen L\u00e4ndern einen Beitrag zur \u00d6ffnung und Vernetzung der Sephardischen Studien mit anderen Disziplinen leisten zu k\u00f6nnen. Ein weiterer bedeutender Grund f\u00fcr das bislang geringe interdisziplin\u00e4re Interesse f\u00fcr Sepharden im deutschen Kulturbereich ist ihre zahlenm\u00e4\u00dfige Marginalit\u00e4t gegen\u00fcber den aschkenasischen Juden und ihre migratorische Situation. Erst ab dem 18. Jahrhundert kann von einer nennenswerten Einwanderung der Sepharden die Rede sein, die aus den Gebieten des Osmanischen Reichs in das benachbarte Habsburger Reich und somit in den deutschsprachigen Kulturraum einwanderten. Einige Sepharden begannen vom Balkan und der T\u00fcrkei aus als Arbeits- und Bildungsmigranten zwischen Ost und West zu pendeln, manche blieben und bauten sich gar eine neue Existenz in Zentraleuropa auf. Der geopolitische Zerfall des Osmanischen Reichs und die gleichzeitige Ausdehnung des Habsburger Einflussbereichs nach S\u00fcdosten im 19. Jahrhundert gaben der Migration zus\u00e4tzlichen Auftrieb und schufen neue Ber\u00fchrungspunkte. In Wien entstand die gr\u00f6\u00dfte eigenst\u00e4ndige sephardische Gemeinde. Einige Sepharden zogen weiter Richtung Westeuropa und etwas sp\u00e4ter, Anfang des 20. Jahrhunderts, entwickelte sich auch in Berlin eine Gemeinde osmanischer Sepharden.<\/p>\n<p>Dieses Themenheft von PaRDeS m\u00f6chte sich also einreihen in die wachsenden Bem\u00fchungen, die orientalisch-sephardische Kultur im deutschsprachigen Kulturraum des 19. und 20. Jahrhunderts st\u00e4rker ins Bewusstsein zu r\u00fccken. Es versteht sich als Ankn\u00fcpfung an vorangegangene Projekte und m\u00f6chte Impulse f\u00fcr die Fortsetzung der wissenschaftlichen Betrachtung sephardischen Lebens und Wirkens in unserer Gesellschaft geben. Im Jahr 2010 fanden gleich zwei Ausstellungen statt, die erstmals in diesem Format die Geschichte der sephardischen Einwanderung in die deutschsprachigen Metropolen beleuchteten: Im Centrum Judaicum in Berlin gab es \u201eVom Bosporus an die Spree. T\u00fcrkische Juden in Berlin\u201c zu sehen sowie in den J\u00fcdischen Museen Wien und Hohenems fast zeitgleich die Ausstellung \u201eDie T\u00fcrken in Wien \u2013 Geschichte einer j\u00fcdischen Gemeinde\u201c, die durch ein ausf\u00fchrliches Begleitprogramm erg\u00e4nzt wurde. Der internationale Fachkongress \u201eSefarad an der Donau\u201c, der im Juni 2011 in Wien stattfand, sowie bereits abgeschlossene und aktuell laufende Dissertationsprojekte, die sich dem Thema sephardischer Juden im deutschen Kulturraum widmen, werfen ein neues Licht auf diesen noch fast unbekannten Part der j\u00fcdischen Geschichte. Nicht zuletzt verweisen wir auf den vor kurzem erschienen Schwerpunkt \u201eSefarad in \u00d6sterreich-Ungarn\u201c in transversal \u2013 Zeitschrift des Centrums f\u00fcr J\u00fcdische Studien (2, 2012). die aktuelle Ausgabe von PaRDeS kn\u00fcpft an diese Projekte an und gibt einen interdisziplin\u00e4ren \u00dcberblick der aktuellen Forschung zu \u201eGalut Sepharad in Aschkenas: Sepharden im deutschsprachigen Kulturraum\u201c.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/51670\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p>\n<p>Auf dem Editorial:<br \/>\nDie Pr\u00e4senz der orientalisch-sephardischen Kultur im deutschen Sprach- und Kulturraum hat als Forschungsthema in den letzten Jahren ein wachsendes Interesse in wissenschaftlichen Kreisen erfahren. 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Dieses Themenheft von PaRDeS m\u00f6chte sich also einreihen in die wachsenden Bem\u00fchungen, die orientalisch-sephardische Kultur im deutschsprachigen Kulturraum des 19. und 20. Jahrhunderts st\u00e4rker ins Bewusstsein zu r\u00fccken. Es versteht sich als Ankn\u00fcpfung an vorangegangene Projekte und m\u00f6chte Impulse f\u00fcr die Fortsetzung der wissenschaftlichen Betrachtung sephardischen Lebens und Wirkens in unserer Gesellschaft geben. Im Jahr 2010 fanden gleich zwei Ausstellungen statt, die erstmals in diesem Format die Geschichte der sephardischen Einwanderung in die deutschsprachigen Metropolen beleuchteten: Im Centrum Judaicum in Berlin gab es \u201eVom Bosporus an die Spree. T\u00fcrkische Juden in Berlin\u201c zu sehen sowie in den J\u00fcdischen Museen Wien und Hohenems fast zeitgleich die Ausstellung \u201eDie T\u00fcrken in Wien \u2013 Geschichte einer j\u00fcdischen Gemeinde\u201c, die durch ein ausf\u00fchrliches Begleitprogramm erg\u00e4nzt wurde. 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Diese orientalischen Sepharden bewahrten ihre mitgebrachte sprachliche und kulturelle Identit\u00e4t und entwickelten sie in der Diaspora weiter. Die eigene Sprache, das Judenspanische (Ladino, Spaniolisch, Judezmo etc.), wurde dabei zum auff\u00e4lligsten Merkmal dieser Gruppe. Aufgrund dessen besch\u00e4ftigte sich zuerst die Romanistik mit der sephardischen Kultur in der orientalischen Diaspora. Erst seit kurzem kann ein wachsendes interdisziplin\u00e4res Interesse an dieser j\u00fcdischen Gemeinschaft verzeichnet werden und wir hoffen, mit diesem Themenheft in den deutschsprachigen L\u00e4ndern einen Beitrag zur \u00d6ffnung und Vernetzung der Sephardischen Studien mit anderen Disziplinen leisten zu k\u00f6nnen. Ein weiterer bedeutender Grund f\u00fcr das bislang geringe interdisziplin\u00e4re Interesse f\u00fcr Sepharden im deutschen Kulturbereich ist ihre zahlenm\u00e4\u00dfige Marginalit\u00e4t gegen\u00fcber den aschkenasischen Juden und ihre migratorische Situation. 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Dieses Themenheft von PaRDeS m\u00f6chte sich also einreihen in die wachsenden Bem\u00fchungen, die orientalisch-sephardische Kultur im deutschsprachigen Kulturraum des 19. und 20. Jahrhunderts st\u00e4rker ins Bewusstsein zu r\u00fccken. Es versteht sich als Ankn\u00fcpfung an vorangegangene Projekte und m\u00f6chte Impulse f\u00fcr die Fortsetzung der wissenschaftlichen Betrachtung sephardischen Lebens und Wirkens in unserer Gesellschaft geben. Im Jahr 2010 fanden gleich zwei Ausstellungen statt, die erstmals in diesem Format die Geschichte der sephardischen Einwanderung in die deutschsprachigen Metropolen beleuchteten: Im Centrum Judaicum in Berlin gab es \u201eVom Bosporus an die Spree. T\u00fcrkische Juden in Berlin\u201c zu sehen sowie in den J\u00fcdischen Museen Wien und Hohenems fast zeitgleich die Ausstellung \u201eDie T\u00fcrken in Wien \u2013 Geschichte einer j\u00fcdischen Gemeinde\u201c, die durch ein ausf\u00fchrliches Begleitprogramm erg\u00e4nzt wurde. Der internationale Fachkongress \u201eSefarad an der Donau\u201c, der im Juni 2011 in Wien stattfand, sowie bereits abgeschlossene und aktuell laufende Dissertationsprojekte, die sich dem Thema sephardischer Juden im deutschen Kulturraum widmen, werfen ein neues Licht auf diesen noch fast unbekannten Part der j\u00fcdischen Geschichte. Nicht zuletzt verweisen wir auf den vor kurzem erschienen Schwerpunkt \u201eSefarad in \u00d6sterreich-Ungarn\u201c in transversal \u2013 Zeitschrift des Centrums f\u00fcr J\u00fcdische Studien (2, 2012). die aktuelle Ausgabe von PaRDeS kn\u00fcpft an diese Projekte an und gibt einen interdisziplin\u00e4ren \u00dcberblick der aktuellen Forschung zu \u201eGalut Sepharad in Aschkenas: Sepharden im deutschsprachigen Kulturraum\u201c.","og_url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/galut-sepharad-in-aschkenas\/","og_site_name":"Universit\u00e4tsverlag Potsdam","article_modified_time":"2026-03-23T10:54:53+00:00","og_image":[{"width":452,"height":640,"url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/asolmerce\/image-9783869562537.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Est. reading time":"3 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/galut-sepharad-in-aschkenas\/","url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/galut-sepharad-in-aschkenas\/","name":"Galut Sepharad in Aschkenas - 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