{"id":51970,"date":"2026-03-23T08:54:03","date_gmt":"2026-03-23T08:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/produkt\/mueller-analphabetismus-und-teilhabe\/"},"modified":"2026-03-23T11:55:03","modified_gmt":"2026-03-23T10:55:03","slug":"analphabetismus-und-teilhabe","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/","title":{"rendered":"Analphabetismus und Teilhabe"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/51970\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p>Aus bildungstheoretisch-gesellschaftskritischer Perspektive stellt sich Lernen als soziales Handeln in gesellschaftlich-vermittelten Verh\u00e4ltnissen \u2013 M\u00f6glichkeiten wie auch Begrenzungen \u2013 dar. Funktionaler Analphabetismus ist mit einem bundesweiten Anteil von 14% der erwerbsf\u00e4higen Bev\u00f6lkerung oder 7,5 Millionen Analphabeten in Deutschland nicht nur ein bildungspolitisches und -praktisches, sondern auch ein wissenschaftlich zu untersuchendes Ph\u00e4nomen. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen und Ankn\u00fcpfungspunkte f\u00fcr die vorliegende Studie bieten. Aus der Zielgruppenforschung beispielsweise ist bekannt, dass die Hauptadressaten der M\u00e4nner, der \u00c4lteren und der Bildungsfernen nicht ad\u00e4quat erreicht bzw. als Teilnehmende gewonnen werden. Aus der Teilnehmendenforschung sind Abbr\u00fcche und Drop-Outs bekannt. Warum Analphabeten im Erwachsenenalter, also nach der Aneignung vielf\u00e4ltigster Bew\u00e4ltigungsstrategien, durch das sich das Ph\u00e4nomen einer direkten Sichtbarkeit entzieht, dennoch beginnen das Lesen und Schreiben (wieder) zu lernen, wird bislang weder bildungs- noch lerntheoretisch untersucht. Im Rahmen der vorliegenden Erwachsenenbildungsstudie werden genau diese Lernanl\u00e4sse empirisch herausgearbeitet. Als Heuristik wird auf eine subjekttheoretische Theoriefolie rekurriert, die sich in besonderer Weise eignet Lernbegr\u00fcndungen im Kontext gesellschaftlich verhafteter Biografien sichtbar zu machen. Lernforschung im Begr\u00fcndungsmodell muss dabei auf eine Methodik zur\u00fcckgreifen, die die Perspektive des Subjekts, Bedeutungszusammenh\u00e4nge und typische Sinnstrukturen hervorbringen kann. Daher wird ein auf Einzelfallstudien basierendes, qualitatives Forschungsdesign gew\u00e4hlt, das Daten aus der Erhebung mittels problemzentrierter Interviews bereitstellt, die eine Auswertung innerhalb der Forschungsstrategie der Grounded Theory erfahren und in einer empirisch begr\u00fcndeten Typenbildung m\u00fcnden. Dieses Design erm\u00f6glicht die Rekonstruktion typischer Lernanl\u00e4sse und im Ergebnis die Entwicklung einer gegenstandsbezogene Theorie mittlerer Reichweite. Aus der vorliegenden Bedeutungs-Begr\u00fcndungsanalyse konnten empirisch f\u00fcnf Lernbegr\u00fcndungstypen ausdifferenziert werden, die sich im Spannungsverh\u00e4ltnis von Teilhabeausrichtung und Widerspr\u00fcchlichkeit bewegen und in ihrer Komplexit\u00e4t mittels der drei Schl\u00fcsselkategorien Bedeutungsraum, Reflexion der sozialen Eingebundenheit und Kompetenzen sowie Lernen bzw. dem Erleben der Diskrepanzerfahrung zwischen Lesen-Wollen und Lesen-K\u00f6nnen dargestellt werden. Das Spektrum der Lernbegr\u00fcndungstypen reicht von teilhabesicherndem resignierten Lernen, bei dem die Sicherung des bedrohten Status quo im Vordergrund steht und die Welt als nicht gestaltbar erlebt wird, bis hin zu vielschichtigem teilhabeerweiternden Lernen, das auf die Erweiterung der eigenen Handlungsm\u00f6glichkeiten zielt und die umfangreichste Reflexion der sozialen Eingebundenheit und Kompetenzen aufweist. Funktionale Analphabeten begr\u00fcnden ihr Lernen und Nicht-Lernen vor dem Hintergrund ihrer sozialen Situation, ihrer Begrenzungen und M\u00f6glichkeiten: Schriftsprachlernen erh\u00e4lt erst im Kontext gesellschaftlicher Teilhabe und dessen Reflexion eine Bedeutung. Mit der Einordnung der Lernbegr\u00fcndungen funktionaler Analphabeten in: erstens, Diskurse der Bildungsbenachteiligung durch Exklusionsprozesse; zweitens, die lerntheoretische Bedeutung von Inklusionsprozessen und drittens, den internationalen Theorieansatz transformativen Lernens durch die Integration der Reflexionskategorie, erfolgt eine Erweiterung bildungs- und lerntheoretischer Ans\u00e4tze. In dieser Arbeit werden Alphabetisierungs- und Erwachsenen-bildungsforschung verbunden und in den jeweiligen Diskurs integriert. Weitere Anschluss- und Verwertungsm\u00f6glichkeiten in der Bildungsforschung w\u00e4ren denkbar. Die Untersuchung von Lernbegr\u00fcndungen im L\u00e4ngsschnitt beispielsweise kann Transformationsprozesse rekonstruierbar machen und somit Ertr\u00e4ge f\u00fcr eine Bildungsprozessforschung liefern. Bildungspraktisch k\u00f6nnen die Lernbegr\u00fcndungstypen einerseits der Teilnehmergewinnung dienen, andererseits Ausgangspunkt f\u00fcr reflexive Lernbegleitungskonzepte sein, die Lernbegr\u00fcndungen zur Sprache bringen und die soziale Eingebundenheit thematisieren und damit Lernprozesse unterst\u00fctzen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/51970\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p>\n<p>Aus bildungstheoretisch-gesellschaftskritischer Perspektive stellt sich Lernen als soziales Handeln in gesellschaftlich-vermittelten Verh\u00e4ltnissen \u2013 M\u00f6glichkeiten wie auch Begrenzungen \u2013 dar. 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Das Spektrum der Lernbegr\u00fcndungstypen reicht von teilhabesicherndem resignierten Lernen, bei dem die Sicherung des bedrohten Status quo im Vordergrund steht und die Welt als nicht gestaltbar erlebt wird, bis hin zu vielschichtigem teilhabeerweiternden Lernen, das auf die Erweiterung der eigenen Handlungsm\u00f6glichkeiten zielt und die umfangreichste Reflexion der sozialen Eingebundenheit und Kompetenzen aufweist. Funktionale Analphabeten begr\u00fcnden ihr Lernen und Nicht-Lernen vor dem Hintergrund ihrer sozialen Situation, ihrer Begrenzungen und M\u00f6glichkeiten: Schriftsprachlernen erh\u00e4lt erst im Kontext gesellschaftlicher Teilhabe und dessen Reflexion eine Bedeutung. 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Warum Analphabeten im Erwachsenenalter, also nach der Aneignung vielf\u00e4ltigster Bew\u00e4ltigungsstrategien, durch das sich das Ph\u00e4nomen einer direkten Sichtbarkeit entzieht, dennoch beginnen das Lesen und Schreiben (wieder) zu lernen, wird bislang weder bildungs- noch lerntheoretisch untersucht. Im Rahmen der vorliegenden Erwachsenenbildungsstudie werden genau diese Lernanl\u00e4sse empirisch herausgearbeitet. Als Heuristik wird auf eine subjekttheoretische Theoriefolie rekurriert, die sich in besonderer Weise eignet Lernbegr\u00fcndungen im Kontext gesellschaftlich verhafteter Biografien sichtbar zu machen. Lernforschung im Begr\u00fcndungsmodell muss dabei auf eine Methodik zur\u00fcckgreifen, die die Perspektive des Subjekts, Bedeutungszusammenh\u00e4nge und typische Sinnstrukturen hervorbringen kann. 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Das Spektrum der Lernbegr\u00fcndungstypen reicht von teilhabesicherndem resignierten Lernen, bei dem die Sicherung des bedrohten Status quo im Vordergrund steht und die Welt als nicht gestaltbar erlebt wird, bis hin zu vielschichtigem teilhabeerweiternden Lernen, das auf die Erweiterung der eigenen Handlungsm\u00f6glichkeiten zielt und die umfangreichste Reflexion der sozialen Eingebundenheit und Kompetenzen aufweist. Funktionale Analphabeten begr\u00fcnden ihr Lernen und Nicht-Lernen vor dem Hintergrund ihrer sozialen Situation, ihrer Begrenzungen und M\u00f6glichkeiten: Schriftsprachlernen erh\u00e4lt erst im Kontext gesellschaftlicher Teilhabe und dessen Reflexion eine Bedeutung. Mit der Einordnung der Lernbegr\u00fcndungen funktionaler Analphabeten in: erstens, Diskurse der Bildungsbenachteiligung durch Exklusionsprozesse; zweitens, die lerntheoretische Bedeutung von Inklusionsprozessen und drittens, den internationalen Theorieansatz transformativen Lernens durch die Integration der Reflexionskategorie, erfolgt eine Erweiterung bildungs- und lerntheoretischer Ans\u00e4tze. In dieser Arbeit werden Alphabetisierungs- und Erwachsenen-bildungsforschung verbunden und in den jeweiligen Diskurs integriert. Weitere Anschluss- und Verwertungsm\u00f6glichkeiten in der Bildungsforschung w\u00e4ren denkbar. Die Untersuchung von Lernbegr\u00fcndungen im L\u00e4ngsschnitt beispielsweise kann Transformationsprozesse rekonstruierbar machen und somit Ertr\u00e4ge f\u00fcr eine Bildungsprozessforschung liefern. Bildungspraktisch k\u00f6nnen die Lernbegr\u00fcndungstypen einerseits der Teilnehmergewinnung dienen, andererseits Ausgangspunkt f\u00fcr reflexive Lernbegleitungskonzepte sein, die Lernbegr\u00fcndungen zur Sprache bringen und die soziale Eingebundenheit thematisieren und damit Lernprozesse unterst\u00fctzen.","og_url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/","og_site_name":"Universit\u00e4tsverlag Potsdam","article_modified_time":"2026-03-23T10:55:03+00:00","og_image":[{"width":451,"height":640,"url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/asolmerce\/image-9783869563329.jpg","type":"image\/jpeg"}],"twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Est. reading time":"3 minutes"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/","url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/","name":"Analphabetismus und Teilhabe - Universit\u00e4tsverlag Potsdam","isPartOf":{"@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/#website"},"primaryImageOfPage":{"@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/#primaryimage"},"image":{"@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/#primaryimage"},"thumbnailUrl":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/asolmerce\/image-9783869563329.jpg","datePublished":"2026-03-23T08:54:03+00:00","dateModified":"2026-03-23T10:55:03+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/#breadcrumb"},"inLanguage":"en-US","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":[["https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/"]]}]},{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/#primaryimage","url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/asolmerce\/image-9783869563329.jpg","contentUrl":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/asolmerce\/image-9783869563329.jpg","width":451,"height":640},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/analphabetismus-und-teilhabe\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Shop","item":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Analphabetismus und Teilhabe"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/#website","url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/","name":"Universit\u00e4tsverlag Potsdam","description":"","publisher":{"@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"en-US"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/#organization","name":"Universit\u00e4tsverlag Potsdam","url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"en-US","@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/up_logo_university_2.png","contentUrl":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/up_logo_university_2.png","width":160,"height":172,"caption":"Universit\u00e4tsverlag Potsdam"},"image":{"@id":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/#\/schema\/logo\/image\/"}}]}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product\/51970","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product"}],"about":[{"href":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/product"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/54157"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=51970"}],"wp:term":[{"taxonomy":"product_brand","embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product_brand?post=51970"},{"taxonomy":"product_cat","embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product_cat?post=51970"},{"taxonomy":"product_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/product_tag?post=51970"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}