{"id":52093,"date":"2026-03-23T08:53:41","date_gmt":"2026-03-23T08:53:41","guid":{"rendered":"http:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/produkt\/selbstorganisation-von-migranten-im-deutschen-vereinssport\/"},"modified":"2026-03-23T11:54:42","modified_gmt":"2026-03-23T10:54:42","slug":"selbstorganisation-von-migranten-im-deutschen-vereinssport","status":"publish","type":"product","link":"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/en\/shop\/selbstorganisation-von-migranten-im-deutschen-vereinssport\/","title":{"rendered":"Selbstorganisation von Migranten im deutschen Vereinssport"},"content":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/52093\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p><p>Diese von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Potsdam angenommene Dissertation thematisiert die Selbstorganisation von Migranten in eigenen Sportvereinen und auf anderen Ebenen des Vereinssports. Sie beruht auf den Ergebnissen eines vom Bundesinstitut f\u00fcr Sportwissenschaft gef\u00f6rderten Forschungsprojekts der Universit\u00e4t Potsdam. Mit mehreren hundert Migrantensportvereinen in ganz Deutschland stellt der Sport einen der wichtigsten Gesellschaftsbereiche f\u00fcr die Selbstorganisation von Zuwanderern dar. Doch obwohl sich Migranten in der Bundesrepublik schon seit den 1960er Jahren in eigenen Sportvereinen zusammenschlie\u00dfen, ist das Thema zuvor noch nicht umfassend untersucht worden. Um diese Forschungsl\u00fccke zu schlie\u00dfen, stellt die Arbeit Basisinformationen \u00fcber verschiedene Organisationsformen, typische Entstehungszusammenh\u00e4nge, spezifische Problemfelder sowie wiederkehrende Konfliktmuster bereit und pr\u00e4sentiert darauf aufbauende Annahmen \u00fcber die Wirkungen der sportbezogenen Selbstorganisation auf das Verh\u00e4ltnis von Einheimischen und Zuwanderern im Sport, auf die allgemeinen interethnischen Beziehungen und auf den gesamtgesellschaftlichen Integrationsprozess. Daran ankn\u00fcpfend werden m\u00f6gliche Konsequenzen aufgezeigt, die die verschiedenen Akteure des Sportsystems aus den dargestellten Forschungsbefunden ziehen k\u00f6nnen. Die Arbeit basiert auf den Befunden einer in den Jahren 2006 bis 2009 durchgef\u00fchrten empirischen Untersuchung, in der verschiedene qualitative Methoden eingesetzt wurden, um das Forschungsfeld explorativ, ergebnisoffen und in einer m\u00f6glichst weiten Perspektive zu beleuchten. In erster Linie bestand diese Feldstudie in einer Interviewreihe, f\u00fcr die 25 Vertreter von Migrantensportvereinen sowie 15 Feldexperten aus verschiedenen Berufsgruppen und Organisationen in Leitfaden-Interviews befragt wurden. Erg\u00e4nzt wurde die Interviewstudie durch eine Zeitungsanalyse, f\u00fcr die sieben Tages- und Wochenzeitungen nach Artikeln zum Thema durchsucht wurden, sowie gezielte Feldbeobachtungen, etwa beim Besuch von Fu\u00dfballspielen, bei Versammlungen und Festen sowie in Vereinsheimen. Dar\u00fcber hinaus wurde eine umfangreiche Internetrecherche durchgef\u00fchrt, bei der vor allem die Webseiten von \u00fcber 65 Migrantensportvereinen in Augenschein genommen wurden. In allen Untersuchungsteilen war das Vorgehen des Verfassers stark an der Grounded-Theory-Methode orientiert. Die so gewonnenen Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass eigenst\u00e4ndige Migrantensportvereine, die als vorherrschende Form der sportbezogenen Selbstorganisation von Zuwanderern im Mittelpunkt der Arbeit stehen, aus komplexen gesellschaftlichen Inklusions-, Schlie\u00dfungs- sowie Segmentationsprozessen resultieren und interindividuell unterschiedliche Beteiligungsmotive ihrer Mitglieder aufnehmen. Sie stellen typischerweise multifunktionale Hybridorganisationen dar und erbringen f\u00fcr die beteiligten Migranten und deren lokale Gemeinschaften spezifische Integrations-, Repr\u00e4sentations- und Solidarleistungen, durch die sie sich signifikant von deutschen Sportvereinen und Migrantenorganisationen in anderen Sektoren abheben. Zugleich unterscheiden sich die Migrantensportvereine untereinander hinsichtlich Vereinst\u00e4tigkeit, Selbstverst\u00e4ndnis und Konfliktbeteiligung sehr stark. Ihre R\u00fcckwirkung auf den Vereinssport als organisationales Feld, auf die interethnischen Beziehungen in anderen Gesellschaftsbereichen und auf den gesamtgesellschaftlichen Integrationsprozess ist den pr\u00e4sentierten Forschungsergebnissen zufolge gleichfalls sehr ambivalent. Einerseits erbringen Migrantenvereine nicht nur die gleichen gemeinn\u00fctzigen Leistungen im Bereich der sozialen Integration wie andere Sportvereine auch, sondern entfalten dar\u00fcber hinaus, indem sie die Integrationsf\u00e4higkeit ihrer Mitglieder erh\u00f6hen und Personen in den organisierten Sport einbeziehen, die sonst gar keinem Sportverein beitreten w\u00fcrden, spezifische Integrationswirkungen, die andere Sportvereine nicht aufweisen. Andererseits erh\u00f6ht die Selbstorganisation von Migranten in eigenen Sportvereinen soziale Distanzen und Spannungen zwischen Einheimischen und Zuwanderern, zumal Migrantensportvereine vor allem an den manchmal gewaltvollen Konflikten im Amateurfu\u00dfball \u00fcberproportional h\u00e4ufig beteiligt sind. Dar\u00fcber hinaus stellt ein relativ kleiner Teil der Migrantensportvereine wegen Organisationsdefiziten eine ernste Belastung f\u00fcr die T\u00e4tigkeit der Sportverb\u00e4nde dar. Pauschalisierende Negativbewertungen der Vereine werden vom Verfasser jedoch als ungerechtfertigt und nicht sachangemessen zur\u00fcckgewiesen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p class=\"qtranxs-available-languages-message qtranxs-available-languages-message-en\">Sorry, this entry is only available in <a href=\"https:\/\/shop.verlag.uni-potsdam.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/product\/52093\" class=\"qtranxs-available-language-link qtranxs-available-language-link-de\" title=\"Deutsch\">Deutsch<\/a>.<\/p>\n<p>Diese von der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Potsdam angenommene Dissertation thematisiert die Selbstorganisation von Migranten in eigenen Sportvereinen und auf anderen Ebenen des Vereinssports. Sie beruht auf den Ergebnissen eines vom Bundesinstitut f\u00fcr Sportwissenschaft gef\u00f6rderten Forschungsprojekts der Universit\u00e4t Potsdam. 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In erster Linie bestand diese Feldstudie in einer Interviewreihe, f\u00fcr die 25 Vertreter von Migrantensportvereinen sowie 15 Feldexperten aus verschiedenen Berufsgruppen und Organisationen in Leitfaden-Interviews befragt wurden. Erg\u00e4nzt wurde die Interviewstudie durch eine Zeitungsanalyse, f\u00fcr die sieben Tages- und Wochenzeitungen nach Artikeln zum Thema durchsucht wurden, sowie gezielte Feldbeobachtungen, etwa beim Besuch von Fu\u00dfballspielen, bei Versammlungen und Festen sowie in Vereinsheimen. Dar\u00fcber hinaus wurde eine umfangreiche Internetrecherche durchgef\u00fchrt, bei der vor allem die Webseiten von \u00fcber 65 Migrantensportvereinen in Augenschein genommen wurden. In allen Untersuchungsteilen war das Vorgehen des Verfassers stark an der Grounded-Theory-Methode orientiert. 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In erster Linie bestand diese Feldstudie in einer Interviewreihe, f\u00fcr die 25 Vertreter von Migrantensportvereinen sowie 15 Feldexperten aus verschiedenen Berufsgruppen und Organisationen in Leitfaden-Interviews befragt wurden. Erg\u00e4nzt wurde die Interviewstudie durch eine Zeitungsanalyse, f\u00fcr die sieben Tages- und Wochenzeitungen nach Artikeln zum Thema durchsucht wurden, sowie gezielte Feldbeobachtungen, etwa beim Besuch von Fu\u00dfballspielen, bei Versammlungen und Festen sowie in Vereinsheimen. Dar\u00fcber hinaus wurde eine umfangreiche Internetrecherche durchgef\u00fchrt, bei der vor allem die Webseiten von \u00fcber 65 Migrantensportvereinen in Augenschein genommen wurden. In allen Untersuchungsteilen war das Vorgehen des Verfassers stark an der Grounded-Theory-Methode orientiert. 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