Es ist schwer, ein Progressor zu sein

Die Brüder Strugackij und Interventionen in der Welt des Mittags


ISBN: 978-3-86956-609-2
355 Seiten, Paperback
Erscheinungsjahr 2026

24,50 

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Die Brüder Arkadij und Boris Strugackij, die bekanntesten Fantastik-Autoren der Sowjetunion, gestalten in ihren Texten wiederholt die Begegnung mit dem ‘Anderen’ und das Aufeinandertreffen verschiedener Gesellschaften. Interventionen und Fragen des Revolutionsexports prägen besonders die Welt des Mittags, eine textübergreifende Zukunftswelt der Autoren. Die Arbeit zeigt, dass sich darin sehr irdische, nämlich sowjetische Ideen und Vorstellungen widerspiegeln. Die Figur des Progressors, ein interstellarer Revolutionsexporteur, kann als Verkörperung der Bürde des Kommunisten gelten, einer Verpflichtung zur ‘Entwicklungshilfe’, die aus der sowjetischen, marxistisch-leninistischen Ideologie folgt. Es werden wichtige ideologische Grundlagen der in den Texten gezeigten Interventionen herausgearbeitet, die in bisherigen Studien übergangen oder vorausgesetzt werden. Zudem wird gezeigt, wie sich die widersprüchliche sowjetische Position zu Interventionen auf die Welt des Mittags ausgewirkt hat.
Die für die Untersuchung ausgesuchten acht Texte der Brüder Strugackij zeigen, wie sich der Blick auf den Progressor und die mit ihm verbundenen Ideen im Verlauf der Veröffentlichungen ändern. Der optimistische Aufruf zum Fortschrittsexport der frühen 1960er weicht einem immer kritischeren Hinterfragen von dessen Folgen und den zugrundeliegenden Annahmen. In der Arbeit wird auf Parallelen zu historischen und zeitgenössischen Phänomenen hingewiesen. Die Studie zeigt, wie die Brüder Strugackij in ihren Texten einige postsowjetische und postkoloniale Analysen der Sowjetzeit vorwegnahmen.

Die Brüder Arkadij und Boris Strugackij, die bekanntesten Fantastik-Autoren der Sowjetunion, gestalten in ihren Texten wiederholt die Begegnung mit dem ‘Anderen’ und das Aufeinandertreffen verschiedener Gesellschaften. Interventionen und Fragen des Revolutionsexports prägen besonders die Welt des Mittags, eine textübergreifende Zukunftswelt der Autoren. Die Arbeit zeigt, dass sich darin sehr irdische, nämlich sowjetische Ideen und Vorstellungen widerspiegeln. Die Figur des Progressors, ein interstellarer Revolutionsexporteur, kann als Verkörperung der Bürde des Kommunisten gelten, einer Verpflichtung zur ‘Entwicklungshilfe’, die aus der sowjetischen, marxistisch-leninistischen Ideologie folgt. Es werden wichtige ideologische Grundlagen der in den Texten gezeigten Interventionen herausgearbeitet, die in bisherigen Studien übergangen oder vorausgesetzt werden. Zudem wird gezeigt, wie sich die widersprüchliche sowjetische Position zu Interventionen auf die Welt des Mittags ausgewirkt hat.
Die für die Untersuchung ausgesuchten acht Texte der Brüder Strugackij zeigen, wie sich der Blick auf den Progressor und die mit ihm verbundenen Ideen im Verlauf der Veröffentlichungen ändern. Der optimistische Aufruf zum Fortschrittsexport der frühen 1960er weicht einem immer kritischeren Hinterfragen von dessen Folgen und den zugrundeliegenden Annahmen. In der Arbeit wird auf Parallelen zu historischen und zeitgenössischen Phänomenen hingewiesen. Die Studie zeigt, wie die Brüder Strugackij in ihren Texten einige postsowjetische und postkoloniale Analysen der Sowjetzeit vorwegnahmen.