Einstieg in den Lehrer*innenberuf im Land Brandenburg nach Flucht und Migration

Abschlussbericht des Refugee Teachers Program mit einem Vorwort von Britta van Kempen


ISBN: 978-3-86956-604-7
108 Seiten
Erscheinungsjahr 2026

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DOI: 10.25932/publishup-69118

Mit Beginn der großen Fluchtbewegungen ab 2015 kamen zahlreiche in anderen Ländern ausgebildete Lehrkräfte nach Deutschland. Für sie bestand jedoch kaum eine Möglichkeit, wieder im erlernten Beruf tätig zu werden: Anerkennungsverfahren waren komplex, Zuständigkeiten unklar und spezialisierte Weiterbildungs- und Beratungsangebote fehlten. Um diesen Bedarf aufzugreifen, initiierte die Universität Potsdam 2016 mit Unterstützung des Brandenburger Wissenschaftsministeriums das Refugee Teachers Program. Ziel war es, berufserfahrenen Lehrkräften mit internationalen Berufsbiografien den (Wieder-)Einstieg in den Schuldienst zu ermöglichen und gleichzeitig einen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Brandenburger Bildungswesen zu leisten.

Das Refugee Teachers Program war bundesweit das erste strukturierte Qualifizierungs- und Beratungsprogramm für diese Zielgruppe. Es richtete sich an Lehrkräfte mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung und einem im Herkunftsland anerkannten Lehramtsabschluss. Die Teilnehmenden stammten vor allem aus Syrien, der Ukraine und der Türkei – Ländern, aus denen viele qualifizierte Lehrkräfte insbesondere infolge von Krieg und Flucht nach Deutschland kamen. 133 Teilnehmende schlossen das anspruchsvolle Programm erfolgreich ab. Der Aufbau des Programms kombinierte intensive Deutschausbildung (bis Niveau C1) mit fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Studienanteilen, ergänzt durch Aussprachetraining, Medienbildung, Bewerbungstraining und schulpraktische Phasen.

Im Verlauf der neun Projektjahre wurde das Refugee Teachers Program kontinuierlich weiterentwickelt. Ab 2020 kamen ein vergütetes Schulpraktikum sowie das Nachstudium eines zweiten Unterrichtsfachs hinzu, um die volle Anerkennung der Lehramtsabschlüsse zu erleichtern. Parallel entstand 2019 eine universitäre Beratungsstelle für international ausgebildete Lehrkräfte, die jährlich rund 280 Ratsuchende unterstützte und sich zu einer zentralen Anlaufstelle in Brandenburg entwickelte. Damit wurde ein bundesweit einmaliges Unterstützungsmodell geschaffen, das sowohl Qualifizierung als auch individuelle Beratung systematisch miteinander verband. 

Die wissenschaftliche Begleitung zeigte zudem, dass das Refugee Teachers Program die sprachlich-fachliche Handlungsfähigkeit der Teilnehmenden deutlich stärkte und den Einstieg in pädagogische Arbeitsfelder nachhaltig erleichterte. 91 % der Teilnehmenden erreichten das angestrebte Sprachniveau C1. Gleichzeitig machte das Projekt strukturelle Barrieren sichtbar – etwa die Notwendigkeit eines zweiten Unterrichtsfaches oder lange Bearbeitungszeiten bei Anerkennungsverfahren – und trug so dazu bei, Reformbedarfe im System der Lehrkräftebildung zu benennen.

Seine Pionierarbeit erlangte bundesweite und internationale Sichtbarkeit. Das Refugee Teachers Program diente als Modell für vergleichbare Initiativen anderer Hochschulen und initiierte 2021 das Netzwerk QuiL (Qualifizierungsprogramme für internationale Lehrkräfte), dem inzwischen 17 Standorte angehören. Dieses Netzwerk fördert den fachlichen Austausch und die Weiterentwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards.
Das Refugee Teachers Program hat eindrucksvoll gezeigt, dass eine passgenaue Nachqualifizierung, individuelle Beratung und institutionelle Vernetzung zentrale Faktoren für das erfolgreiche Ankommen und den Verbleib der internationalen Lehrkräfte im Bildungssystem sind. Es hat ein bislang unerschlossenes Potenzial sichtbar gemacht und den Grundstein für eine nachhaltige Öffnung der Lehrkräftebildung gelegt. Damit leistet das Programm einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung von Schule und Hochschule und zur Weiterentwicklung einer Lehrkräftebildung, die die Realität einer Migrationsgesellschaft aktiv mitgestaltet. Die Herausforderung besteht nun darin, diese erfolgreichen Strukturen dauerhaft in das reguläre System der Lehrkräfteausbildung zu integrieren – als Beitrag zu einem zukunftsfähigen, chancengerechten und vielfältigen Bildungssystem in Deutschland.

Mit Beginn der großen Fluchtbewegungen ab 2015 kamen zahlreiche in anderen Ländern ausgebildete Lehrkräfte nach Deutschland. Für sie bestand jedoch kaum eine Möglichkeit, wieder im erlernten Beruf tätig zu werden: Anerkennungsverfahren waren komplex, Zuständigkeiten unklar und spezialisierte Weiterbildungs- und Beratungsangebote fehlten. Um diesen Bedarf aufzugreifen, initiierte die Universität Potsdam 2016 mit Unterstützung des Brandenburger Wissenschaftsministeriums das Refugee Teachers Program. Ziel war es, berufserfahrenen Lehrkräften mit internationalen Berufsbiografien den (Wieder-)Einstieg in den Schuldienst zu ermöglichen und gleichzeitig einen Beitrag zur Fachkräftesicherung im Brandenburger Bildungswesen zu leisten.

Das Refugee Teachers Program war bundesweit das erste strukturierte Qualifizierungs- und Beratungsprogramm für diese Zielgruppe. Es richtete sich an Lehrkräfte mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung und einem im Herkunftsland anerkannten Lehramtsabschluss. Die Teilnehmenden stammten vor allem aus Syrien, der Ukraine und der Türkei – Ländern, aus denen viele qualifizierte Lehrkräfte insbesondere infolge von Krieg und Flucht nach Deutschland kamen. 133 Teilnehmende schlossen das anspruchsvolle Programm erfolgreich ab. Der Aufbau des Programms kombinierte intensive Deutschausbildung (bis Niveau C1) mit fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Studienanteilen, ergänzt durch Aussprachetraining, Medienbildung, Bewerbungstraining und schulpraktische Phasen.

Im Verlauf der neun Projektjahre wurde das Refugee Teachers Program kontinuierlich weiterentwickelt. Ab 2020 kamen ein vergütetes Schulpraktikum sowie das Nachstudium eines zweiten Unterrichtsfachs hinzu, um die volle Anerkennung der Lehramtsabschlüsse zu erleichtern. Parallel entstand 2019 eine universitäre Beratungsstelle für international ausgebildete Lehrkräfte, die jährlich rund 280 Ratsuchende unterstützte und sich zu einer zentralen Anlaufstelle in Brandenburg entwickelte. Damit wurde ein bundesweit einmaliges Unterstützungsmodell geschaffen, das sowohl Qualifizierung als auch individuelle Beratung systematisch miteinander verband. 

Die wissenschaftliche Begleitung zeigte zudem, dass das Refugee Teachers Program die sprachlich-fachliche Handlungsfähigkeit der Teilnehmenden deutlich stärkte und den Einstieg in pädagogische Arbeitsfelder nachhaltig erleichterte. 91 % der Teilnehmenden erreichten das angestrebte Sprachniveau C1. Gleichzeitig machte das Projekt strukturelle Barrieren sichtbar – etwa die Notwendigkeit eines zweiten Unterrichtsfaches oder lange Bearbeitungszeiten bei Anerkennungsverfahren – und trug so dazu bei, Reformbedarfe im System der Lehrkräftebildung zu benennen.

Seine Pionierarbeit erlangte bundesweite und internationale Sichtbarkeit. Das Refugee Teachers Program diente als Modell für vergleichbare Initiativen anderer Hochschulen und initiierte 2021 das Netzwerk QuiL (Qualifizierungsprogramme für internationale Lehrkräfte), dem inzwischen 17 Standorte angehören. Dieses Netzwerk fördert den fachlichen Austausch und die Weiterentwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards.
Das Refugee Teachers Program hat eindrucksvoll gezeigt, dass eine passgenaue Nachqualifizierung, individuelle Beratung und institutionelle Vernetzung zentrale Faktoren für das erfolgreiche Ankommen und den Verbleib der internationalen Lehrkräfte im Bildungssystem sind. Es hat ein bislang unerschlossenes Potenzial sichtbar gemacht und den Grundstein für eine nachhaltige Öffnung der Lehrkräftebildung gelegt. Damit leistet das Programm einen wichtigen Beitrag zur Internationalisierung von Schule und Hochschule und zur Weiterentwicklung einer Lehrkräftebildung, die die Realität einer Migrationsgesellschaft aktiv mitgestaltet. Die Herausforderung besteht nun darin, diese erfolgreichen Strukturen dauerhaft in das reguläre System der Lehrkräfteausbildung zu integrieren – als Beitrag zu einem zukunftsfähigen, chancengerechten und vielfältigen Bildungssystem in Deutschland.