Rebekka Denz, Rafael Arnold, Silviu Costachie, Michael Dallapiazza, Anat Feinberg, Elvira Grözinger, Karl E. Grözinger, William Hiscott, Per Jegebäck, Grazyna Jurewicz, Daniel Jütte, Robert Jütte, Elena Keidosiute, Ulrich Knufinke, Stefan Lang, Joanna Lisek, Diana I. Popescu, Maria Radosav, Ingedore Rüdlin, Anna Rutkowski, Peter Salner, Michael K. Schulz, Suanne Talabardon, Tamas Visi, Kerry Wallach
Rebekka Denz; Grazyna Jurewicz (Hrsg.)

Geographical Turn

ISBN: 978-3-86956-055-7
265 Seiten
Erscheinungsjahr 2010

Reihe: PaRDeS : Zeitschrift der Vereinigung für Jüdische Studien e.V. , 16

8,00 

Aus dem Editorial:
Ungebändigte Popularisierung kann der  Wissenschaft zur Hölle werden. Ideen und Begriffe – einmal in die Welt entlassen – mögen zu Gerüchten mutieren. Ihr Wahrheitswert, der mit der Zeit immer fragwürdiger zu werden droht, befindet sich im umgekehrten Verhältnis zu deren kontinuierlich wachsender, gesellschaftlicher Akzeptanz. Der Titel der diesjährigen Ausgabe von PaRDeS führt mit dem sich hierbei anbietenden Augenzwinkern den Turn-Begriff an, einen dieser Termini, die, nachdem sie der Wissenschaft entzogenen worden sind, einen Kultstatus erlangen. Damit erscheint auf der langen Liste von Turns in den Geisteswissenschaften neben u. a. Linguistic, Cultural, Pictorial, Spatial, Sensual, Performative und Semiotic ein Geographical Turn.
Unter dem Turn-Begriff versteht man das Aufkommen eines neuen Paradigmas, wodurch das bis dahin Unsichtbare wahrnehmbar wird und nach systematischer Thematisierung verlangt. Mit dem Unsichtbaren ist im Fall von Geographical Turn die Wissenschaft vom Judentum jenseits der östlichen Grenze Deutschlands gemeint. Bewusst  wird hier das deutsche  Pendant zum englischen Terminus vermieden, weil damit die Prozesse der Selbstvergewisserung und Selbstbehauptung innerhalb  der internationalen Forschungsgemeinschaft thematisiert  werden sollen. In der  Absicht, die mentale Landkarte der Wissenschaft vom Judentum mit deren zwei Zentren, Israel und den USA, hierzulande zu vervollständigen, richtet sich somit der Blick gen Osten, wo Neues im Bereich der Jüdischen Studien geleistet wird, und aber diesseits der Grenze unberechtigt wenig Aufmerksamkeit erfährt.
In der hier präsentierten Textauswahl von Autoren aus Rumänien, Litauen, Polen, Tschechien und der Slowakei widerspiegelt sich die aktuelle Forschung zur jüdischen Religion und Kultur in Ostmitteleuropa: Die Unterschiedlichkeit der aufgegriffenen Themen und Fragestellungen sowie die Weitläufigkeit der behandelten geografischen und zeitlichen Räume, zeigen, wie vielfältig interessiert und breit angesetzt sie ausfällt.

Aus dem Editorial:
Ungebändigte Popularisierung kann der  Wissenschaft zur Hölle werden. Ideen und Begriffe – einmal in die Welt entlassen – mögen zu Gerüchten mutieren. Ihr Wahrheitswert, der mit der Zeit immer fragwürdiger zu werden droht, befindet sich im umgekehrten Verhältnis zu deren kontinuierlich wachsender, gesellschaftlicher Akzeptanz. Der Titel der diesjährigen Ausgabe von PaRDeS führt mit dem sich hierbei anbietenden Augenzwinkern den Turn-Begriff an, einen dieser Termini, die, nachdem sie der Wissenschaft entzogenen worden sind, einen Kultstatus erlangen. Damit erscheint auf der langen Liste von Turns in den Geisteswissenschaften neben u. a. Linguistic, Cultural, Pictorial, Spatial, Sensual, Performative und Semiotic ein Geographical Turn.
Unter dem Turn-Begriff versteht man das Aufkommen eines neuen Paradigmas, wodurch das bis dahin Unsichtbare wahrnehmbar wird und nach systematischer Thematisierung verlangt. Mit dem Unsichtbaren ist im Fall von Geographical Turn die Wissenschaft vom Judentum jenseits der östlichen Grenze Deutschlands gemeint. Bewusst  wird hier das deutsche  Pendant zum englischen Terminus vermieden, weil damit die Prozesse der Selbstvergewisserung und Selbstbehauptung innerhalb  der internationalen Forschungsgemeinschaft thematisiert  werden sollen. In der  Absicht, die mentale Landkarte der Wissenschaft vom Judentum mit deren zwei Zentren, Israel und den USA, hierzulande zu vervollständigen, richtet sich somit der Blick gen Osten, wo Neues im Bereich der Jüdischen Studien geleistet wird, und aber diesseits der Grenze unberechtigt wenig Aufmerksamkeit erfährt.
In der hier präsentierten Textauswahl von Autoren aus Rumänien, Litauen, Polen, Tschechien und der Slowakei widerspiegelt sich die aktuelle Forschung zur jüdischen Religion und Kultur in Ostmitteleuropa: Die Unterschiedlichkeit der aufgegriffenen Themen und Fragestellungen sowie die Weitläufigkeit der behandelten geografischen und zeitlichen Räume, zeigen, wie vielfältig interessiert und breit angesetzt sie ausfällt.